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Naturschutzgebiete

Fürstenkuhle und Kuhlenvenn


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Biotop im Naturschutzgebiet Foto: Büger
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Südöstlich der Stadt Gescher liegen in der Quellregion des Heubaches die beiden Naturschutzgebiete Fürstenkuhle und Kuhlenvenn. Sie sind eindrucksvolle Zeugnisse der wechselvollen Natur- und Kulturgeschichte der Heubachniederung. Bis zum Ende des 19. Jahrhundert war diese Niederung das größte Moorgebiet im Herzen des Münsterlandes. Nachdem der Torf abgebaut worden war, dienten die feuchten Flächen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vorwiegend als Wiesen oder Weiden. Während die Fürstenkuhle einen gut erhaltenen Rest des Hochmoores mit großen Moorgewässern, nassen Moorbirken- Bruchwäldern und Torfmoosflächen darstellt, wird das abgetorfte Kuhlenvenn durch feuchte und nasse Wiesen und zahlreiche offenen Wasserstellen geprägt. Ein zentral gelegener Abgrabungssee hat sich zu einem überregional bedeutsamen Wasservogelreservat entwickelt.
Der besondere Reiz eines Besuches der beiden Gebiete liegt in der Vielfalt der Lebensräume, die die unterschiedlich starke Einflussnahme des Menschen widerspiegelt.


Karte Kuhlenvenn und Fürstenkuhle, LANUV NRW
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Besondere Pflanzen- und Tierarten



Wollgras in der Fürstenkuhle Foto: Büger Wollgras in der Fürstenkuhle Foto: Büger


In der Fürstenkuhle sind es besonders die typischen Arten der Hochmoore, die ins Auge fallen. Der Boden ist überwiegend mit einem weichen Polster überzogen. In den Senken bestehen diese Polster zumeist aus verschiedenen Torfmoosen über denen ab Mai die weißen „Wattebäusche“ der Wollgräser leuchten. In etwas trockeneren Bereichen und im Wald sind es Heidel- und Preiselbeeren oder ausgedehnte Flächen aus Drahtschmiele-, Pfeifengras- und Heidekrautbeständen. Neben den zahlreichen Kleinvogelarten wie Fitis, Waldlaubsänger und Sumpfmeise kommen stark gefährdete Amphibien und Reptilienarten wie Moorfrosch und Kreuzotter vor.

Eisvogel Foto: Büger
Vergrößerung anzeigen Eisvogel Foto: Büger



Das Kuhlenvenn wird durch eine besonders artenreichen Wasser-, Wat- und Wiesenvogel-Fauna geprägt. Der große Abgrabungssee im Zentrum wirkt wie ein Magnet auf viele Vogelarten, die das Gebiet zur Brut, zur Nahrungssuche und zur Rast nutzen.


Das sollten Sie auf keinen Fall verpassen



Moorfrösche Foto: Büger
Vergrößerung anzeigen Moorfrösche Foto: Büger


  • Es gibt keinen anderen Ort im Münsterland, von dem aus man das geheimnisvolle Hochzeitskonzert der Moorfrösche im Frühjahr so eindrucksvoll erleben kann, wie vom zentralen Fußweg im Naturschutzgebiet Fürstenkuhle. Dazu sollte man sich an einem der ersten warmen Tage im März auf dem Weg am Ostrand des Moorbereiches für eine Weile ruhig verhalten. Nach kurzer Zeit setzt in den Gewässern rechts und links ein Geblubber ein, als würden hunderte Flaschen unter Wasser gehalten.
  • Am Nordrand des Kuhlenvenns kann man im Frühjahr von den etwas höher gelegenen Wegen aus die zahlreichen Wasserflächen und Nassstellen in den Wiesen bequem einsehen. Im Frühjahr rasten hier oft mehrere hundert Bläss- und Graugänse, Pfeif-, Reiher-, Tafel-, Stock- und Krickenten oder auch seltenere Watvögel wie Grünschenkel, Bruchwasserläufer, Regenpfeifer und Austernfischer.
  • Einen besonders romantischen Eindruck von der Fürstenkuhle bekommt man an einem lauen Sommerabend, wenn hinter dem dunkelbraunen Moorsee die Sonne schon ziemlich schräg steht. Dann heben sich die weißen Moorbirkenstämme malerisch von der rot-braunen Heide und den dunkelgrünen Heidel- und Preiselbeeren ab. Im Gegenlicht glitzern die Flügel der zahlreichen Libellen; und die Blütenstände des Pfeifengrases wiegen sich im Wind.

  • Erlebnismöglichkeiten



    Blassgänse Foto: Büger
    Vergrößerung anzeigen Blassgänse Foto: Büger


    Wandern


  • In der Fürstenkuhle gibt es eine schönen Rundwanderweg, den man gut in ca. 2 Stunden gehen kann. Im Moorbereich schlängelt sich der schmale Pfad über weichen Torfboden. An einigen Stellen ist die Torfauflage noch über eine Meter dick. Hier schwingt der Boden unter den Füßen.
  • Die Wege im Randbereich des Kuhlenvenn sind zum größten Teil asphaltiert und damit auch für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen geeignet.
  • An der Südostecke des großen Abgrabungssees im Kuhlenvenn steht eine Beobachtungskanzel Mit einem Fernglas kann man das ganze Jahr über Kormorane, Haubentaucher, verschieden Entenarten, Gänse und manchmal auch seltene Gäste wie Wasserläufer und Säger entdecken. In den Feuchtwiesen tummeln sich vor allem an den Blänken selten gewordene Wat- und Wiesenvögel wie Brachvögel, Uferschnepfen, Austernfischer und Kiebitze. Z u den Brutvögeln gehören Kanada-, Rost-, Grau- und Nilgänse. Während der Zugzeiten im Herbst und Winter sind Kraniche, Bläss- und Saatgänse zu beobachten.

  • Warzenbeißer Foto: B. Büger



    Radfahren

  • Beide Gebiete lassen sich an einem Tag mit dem Fahrrad erkunden. Zwischen Kuhlenvenn und Fürstenkuhle sind es nur etwa 2 km.

  • Inline-Skater

  • Die beiden Gebiete sind durch ein Netz gut asphaltierter, landwirtschaftlicher Wege erschlossen. So lassen sich je nach Lust und Kondition verschieden lange Rundtouren kombinieren.

  • Interessantes aus der Umgebung


    Hünsberg mit Steveder Kreuzweg
  • Wenige hundert Meter östlich des Kuhlenvenns erhebt sich als Eiszeitrelikt der 106 m hohe Hünsberg aus der ansonsten tellerflachen Ebene. Die Sandwege sind übersät mit den oft skurril geformten dunkelbraunen bis schwarzen Raseneisensteinen.
    Am Südrand des Hünsbergs gibt es eine große offene Sandstelle, an der man die Entstehungsgeschichte dieser nährstoffarmen Böden studieren kann. Außerdem ist der riesige Sandkasten ein besonderer Spaß für Kinder.
  • Ein Ort der Besinnung ist dagegen der sich westlich anschließende Steveder Kreuzweg. Die Sandstein-Bildstöcke stehen in einem ehrwürdigen Hallenwald aus alten Buchen.

    Text und Karte aus dem Flyer: NaTourZeit "Fürstenkuhle und Kuhlenvenn"
  • http://www.lanuv.nrw.de/veroeffentlichungen/loebf/oekologie/fb_fuerstenkuhle.pdf
    Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
    Leibnizstr. 10
    45659 Recklinghausen
    www.lanuv.nrw.de